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Online Marketing & KI News – KW 35/2026

Online Marketing und KI News

KI-Suche wächst, Urheberrecht gerät unter Druck und PPC wird 20 – was das für Ihr Marketing bedeutet

Die Woche KW 35/2026 hat einige Entwicklungen gebracht, die Unternehmen und Marketing-Verantwortliche direkt betreffen. Google baut seine KI-gestützten Suchantworten weiter aus und verändert damit, wie Nutzer Informationen finden – und wie sichtbar Ihre Website dabei noch ist. Gleichzeitig eskaliert der Rechtsstreit rund um KI und Urheberrecht: Zwei der größten Musikverlage der Welt klagen gegen den KI-Anbieter Anthropic.

Auf der Werbeseite lohnt sich ein Blick zurück und nach vorn: Ein erfahrener PPC-Experte (PPC steht für „Pay-per-Click“ – also bezahlte Werbung, bei der Sie nur zahlen, wenn jemand klickt) zieht nach 20 Jahren Bilanz und zeigt, wie stark sich das Feld verändert hat. Und im Lead-Management – also der Gewinnung und Qualifizierung von Interessenten – gibt es klare Hinweise, warum mehr Anfragen nicht automatisch mehr Umsatz bedeuten.

Wir fassen die wichtigsten Meldungen der Woche zusammen, erklären, was dahintersteckt, und zeigen Ihnen, was Sie konkret tun können.

Die wichtigsten Entwicklungen der Woche

Google weitet KI-Antworten dynamisch aus – und verdrängt klassische Suchergebnisse

Kurz erklärt: Google zeigt bei immer mehr Suchanfragen sogenannte „AI Overviews“ – das sind KI-generierte Zusammenfassungen direkt oben auf der Suchergebnisseite. Neu ist, dass Google diese Antworten jetzt dynamisch erweitert: Bei bestimmten Anfragen klappt sich die KI-Antwort automatisch aus und nimmt deutlich mehr Platz ein. Das drückt die klassischen Suchergebnisse – also die blauen Links, auf die Websites angewiesen sind – weiter nach unten. Nutzer bekommen so ein Erlebnis, das dem neuen „AI Mode“ von Google ähnelt, ohne diesen explizit aktiviert zu haben.

Warum das wichtig ist: Wenn Ihre Website bisher auf Platz 1 oder 2 bei Google stand, kann sie trotzdem deutlich weniger Besucher bekommen – weil die KI-Antwort den Bildschirm dominiert und viele Nutzer gar nicht mehr weiterscrollen. Das betrifft besonders informationsorientierte Suchanfragen, also Fragen wie „Was ist…?“ oder „Wie funktioniert…?“.

Was Sie jetzt tun können:

  • Prüfen Sie in der Google Search Console (dem kostenlosen Google-Tool zur Website-Analyse), ob Ihre Klickzahlen trotz stabiler Positionen sinken.
  • Optimieren Sie Inhalte so, dass Google sie als Quelle für KI-Antworten nutzt – klare Struktur, präzise Antworten auf konkrete Fragen.
  • Bauen Sie ergänzende Traffic-Quellen auf (Newsletter, Social Media), um weniger abhängig von Google zu sein.
  • Sprechen Sie mit Ihrem SEO-Dienstleister über eine Sichtbarkeitsanalyse im Hinblick auf AI Overviews.

Quelle: Search Engine Land – Google is dynamically expanding AI Overviews for some queries

Sony Music und Warner Chappell klagen gegen Anthropic wegen Urheberrechtsverletzung

Kurz erklärt: Sony Music Publishing und Warner Chappell – zwei der größten Musikverlage weltweit – haben Klage gegen den KI-Anbieter Anthropic eingereicht. Der Vorwurf: Anthropic soll beim Training seines KI-Systems Claude „zehntausende“ urheberrechtlich geschützte Werke ohne Erlaubnis verwendet haben. Die Verlage fordern bis zu 150.000 US-Dollar pro Werk sowie bis zu 25.000 Dollar für jeden Fall, in dem Urheberrechtshinweise entfernt wurden. Im schlimmsten Fall könnten die Gesamtschäden in den Milliardenbereich gehen. Anthropic hatte erst kürzlich einen ähnlichen Streit mit der Buchverlagsbranche für 1,5 Milliarden US-Dollar beigelegt.

Warum das wichtig ist: Dieser Fall ist ein Signal für die gesamte KI-Branche. Unternehmen, die KI-Tools für die Erstellung von Texten, Bildern oder Musik einsetzen, sollten genau hinschauen, welche Inhalte diese Systeme produzieren und ob dabei Urheberrechte berührt werden. Die rechtliche Lage rund um KI-generierte Inhalte ist noch nicht abschließend geklärt – und das Risiko liegt zunehmend auch bei den Nutzern solcher Tools.

Was Sie jetzt tun können:

  • Dokumentieren Sie, welche KI-Tools Sie für Content-Erstellung nutzen und für welche Zwecke.
  • Vermeiden Sie es, KI-generierte Inhalte ohne redaktionelle Prüfung zu veröffentlichen – besonders bei Musik, Texten und Bildern.
  • Beobachten Sie die Entwicklung dieser Klagen, da Urteile die Nutzungsbedingungen vieler KI-Anbieter verändern könnten.

Quelle: The Verge – Sony Music Publishing and Warner Chappell are suing Anthropic

20 Jahre PPC: Von exakten Keywords zu KI-gesteuerter Werbung

Kurz erklärt: Greg Finn, ein erfahrener PPC-Experte, blickt auf 20 Jahre bezahlte Suchmaschinenwerbung zurück. Am Anfang war alles sehr manuell: Werbetreibende legten exakt fest, bei welchen Suchbegriffen ihre Anzeigen erscheinen sollten. Heute übernehmen Algorithmen und KI-Systeme immer mehr Entscheidungen – von der Gebotssteuerung bis zur Anzeigengestaltung. Mit dem Aufkommen des „AI Mode“ bei Google verändert sich nun auch der Ort, an dem Werbung ausgespielt wird, grundlegend. Finn betont: Authentizität und echtes Verständnis der eigenen Zielgruppe werden wichtiger denn je.

Warum das wichtig ist: Wer heute noch Werbung schaltet wie vor zehn Jahren, verschenkt Budget. Gleichzeitig bedeutet mehr Automatisierung nicht, dass man nichts mehr tun muss – im Gegenteil: Die strategische Steuerung und das Verständnis der eigenen Kunden werden zur entscheidenden Kompetenz.

Was Sie jetzt tun können:

  • Überprüfen Sie Ihre aktuellen Kampagnenstrukturen: Nutzen Sie bereits Smart Bidding und KI-gestützte Anzeigenformate?
  • Investieren Sie in die Qualität Ihrer Zielgruppendaten – je besser die KI Ihre Kunden kennt, desto besser die Ergebnisse.
  • Lassen Sie Ihre Performance-Marketing-Strategie von einem Experten auf den aktuellen Stand bringen.

Quelle: Search Engine Land – Greg Finn on 20 years of PPC: From exact match to AI Mode

Mehr Leads sind nicht immer besser – Qualität schlägt Quantität

Kurz erklärt: Ein häufiger Fehler in der Online-Werbung: Kampagnen werden darauf optimiert, möglichst viele Kontaktanfragen (sogenannte „Leads“) zu generieren – also Formularausfüllungen, Anrufe oder Anmeldungen. Das Problem: Werbeplattformen wie Google Ads wissen nicht, welche dieser Anfragen wirklich wertvoll sind. Wer der Plattform nur sagt „jemand hat das Formular ausgefüllt“, bekommt mehr Formularausfüllungen – aber nicht unbedingt mehr Kunden. Signale aus tieferen Phasen des Verkaufsprozesses – etwa ob ein Lead tatsächlich zum Kunden wurde – helfen den Algorithmen, gezielter zu arbeiten.

Warum das wichtig ist: Gerade für Dienstleister, B2B-Unternehmen und alle, die nicht direkt online verkaufen, ist die Lead-Qualität entscheidend. Wer hier falsch optimiert, zahlt viel Geld für Anfragen, die nie zu Umsatz führen.

Was Sie jetzt tun können:

  • Verknüpfen Sie Ihr CRM-System (Kundenverwaltungssoftware) mit Ihrer Werbeplattform, um echte Verkaufsdaten zurückzuspielen.
  • Definieren Sie intern, was einen „guten“ Lead ausmacht – und kommunizieren Sie das an Ihre Agentur oder Ihren Kampagnenmanager.
  • Testen Sie, ob eine Optimierung auf Qualitätssignale (z. B. Angebote angefordert, Verträge abgeschlossen) Ihre Kampagnenergebnisse verbessert.

Quelle: Search Engine Land – More leads or better leads? Optimize for what your business needs

Anthropic-Forscher zeigt: KI kann sich selbst verbessern

Kurz erklärt: Ein Forscher bei Anthropic hat öffentlich beschrieben, wie KI-Systeme beginnen können, sich selbst zu optimieren. In einem Experiment wurden automatisierte Systeme auf zehn verschiedene Verhaltensweisen getestet – und verbesserten sich in allen zehn Bereichen, ohne dabei in anderen Bereichen schlechter zu werden. Das klingt beeindruckend, wirft aber auch ernste Fragen zur Kontrolle und Sicherheit solcher Systeme auf.

Warum das wichtig ist: Für Unternehmen, die KI-Tools einsetzen, bedeutet das: Diese Technologie entwickelt sich rasant weiter. Was heute noch ein Experiment ist, kann morgen in Produkten stecken, die Sie täglich nutzen. Das macht es wichtiger denn je, KI-Outputs kritisch zu prüfen und nicht blind zu vertrauen.

Was Sie jetzt tun können:

  • Etablieren Sie interne Prüfprozesse für KI-generierte Inhalte und Entscheidungen.
  • Bleiben Sie informiert über die Entwicklungen der KI-Anbieter, deren Tools Sie nutzen.
  • Diskutieren Sie im Team, welche Aufgaben Sie an KI delegieren wollen – und welche nicht.

Quelle: TechCrunch – An Anthropic researcher just gave us a peek at self-improving AI

Musiker jagen KI-Betrüger: Wer steckt wirklich hinter dem Song?

Kurz erklärt: Im Musikbereich wächst ein neues Problem: Immer mehr Tracks werden mit KI-Tools erstellt und als menschengemachte Musik vermarktet. Einige Künstler haben begonnen, aktiv zu recherchieren und KI-generierte Inhalte aufzudecken – besonders in der elektronischen Musikszene, wo die Grenzen zwischen Mensch und Maschine ohnehin fließend sind. Manche Urheber gaben erst zu, KI genutzt zu haben, als der öffentliche Druck zu groß wurde.

Warum das wichtig ist: Dieses Phänomen ist nicht auf Musik beschränkt. Auch in Texten, Bildern und Videos wird KI-generierter Content zunehmend als menschlich ausgegeben. Für Marken und Unternehmen ist Authentizität ein Vertrauensfaktor – wer hier täuscht, riskiert Reputationsschäden.

Was Sie jetzt tun können:

  • Kommunizieren Sie transparent, wenn und wie Sie KI in Ihrer Content-Erstellung einsetzen.
  • Setzen Sie auf eine klare Markenstimme, die erkennbar menschlich und authentisch ist.
  • Nutzen Sie KI als Werkzeug zur Unterstützung – nicht als Ersatz für echte Kreativität und Expertise.

Quelle: The Verge – Musicians-turned-detectives are hunting for AI grifters

Einordnung: Was bedeutet das für SEO, SEA, GEO und KI?

SEO

Die dynamische Ausweitung der Google AI Overviews ist die wichtigste SEO-Entwicklung dieser Woche. Klassische Rankingpositionen verlieren an Bedeutung, wenn KI-Antworten den sichtbaren Bereich der Suchergebnisse dominieren. Websites müssen strukturierter und klarer aufgebaut sein, damit Google sie als vertrauenswürdige Quelle für KI-Zusammenfassungen erkennt. Wer jetzt nicht reagiert, riskiert sinkende Besucherzahlen trotz guter Positionen.

SEA

20 Jahre PPC zeigen: Die Plattformen werden smarter, aber die Strategie bleibt Menschensache. Wer Kampagnen auf oberflächliche Signale wie Formularausfüllungen optimiert, verschenkt Potenzial. Die Integration von echten Verkaufsdaten in Werbeplattformen ist der nächste logische Schritt für alle, die ihr Performance Marketing ernstnehmen. Der AI Mode bei Google wird zudem neue Anzeigenformate und -positionen mit sich bringen – hier lohnt es sich, früh informiert zu bleiben.

GEO / KI-Suche

GEO (Generative Engine Optimization) bezeichnet die Optimierung von Inhalten für KI-gestützte Suchsysteme – also nicht mehr nur für Google, sondern auch für Antwortmaschinen wie ChatGPT, Perplexity oder Googles eigenen AI Mode. Die Ausweitung der AI Overviews zeigt, dass dieser Kanal rasant wächst. Unternehmen sollten prüfen, ob und wie ihre Marke in KI-Antworten auftaucht – und ob die Informationen dort korrekt sind.

KI & Automatisierung

Selbstverbessernde KI-Systeme und eskalierende Urheberrechtsklagen zeigen: Die KI-Entwicklung ist in einer kritischen Phase. Für Unternehmen bedeutet das, KI-Tools bewusst und verantwortungsvoll einzusetzen. Transparenz gegenüber Kunden und klare interne Regeln für den KI-Einsatz werden zu Wettbewerbsvorteilen – nicht zu Bürden.

Beispiel-Rechner: Was kostet ein Rankingverlust?

Die Werte sind Beispielwerte und ersetzen keine individuelle SEO-Analyse.





Praxisbeispiel der Woche

Ein mittelständisches Beratungsunternehmen schaltet seit Jahren Google-Anzeigen und generiert monatlich rund 80 Kontaktanfragen über seine Website. Die Kampagne läuft auf Autopilot – optimiert auf „Formular ausgefüllt“. Das Problem: Nur etwa 10 dieser 80 Anfragen werden tatsächlich zu Kunden. Die anderen 70 sind unqualifizierte Anfragen, falsche Zielgruppen oder Mitbewerber.

Nach einer Analyse entscheidet das Unternehmen, dem Google-Ads-System zu melden, welche Anfragen tatsächlich zu einem Erstgespräch geführt haben – und welche davon zum Abschluss wurden. Innerhalb von drei Monaten sinkt die Anzahl der Anfragen auf 50 pro Monat – aber 20 davon werden zu Kunden. Weniger Volumen, deutlich mehr Umsatz.

Dieses Beispiel zeigt: Nicht die Menge der Leads entscheidet, sondern ihre Qualität. Und die können Sie aktiv steuern – wenn Sie der Plattform die richtigen Signale geben.

To-dos für diese Woche

  • [Hoch] Prüfen Sie in der Google Search Console, ob Ihre wichtigsten Seiten trotz stabiler Rankings weniger Klicks erhalten – möglicher Hinweis auf AI-Overview-Verdrängung.
  • [Hoch] Überprüfen Sie Ihre Google-Ads-Kampagnen: Welche Conversion-Signale übergeben Sie aktuell? Sind das oberflächliche oder tiefe Signale?
  • [Hoch] Definieren Sie intern, was einen qualifizierten Lead für Ihr Unternehmen ausmacht – und kommunizieren Sie das an Ihre Werbeagentur.
  • [Mittel] Recherchieren Sie, ob Ihre Marke oder Ihr Unternehmen in KI-Suchantworten (z. B. bei ChatGPT oder Google AI Mode) auftaucht – und ob die Informationen korrekt sind.
  • [Mittel] Erstellen Sie eine interne Richtlinie für den Einsatz von KI-Tools: Was darf KI erstellen, was muss ein Mensch prüfen oder freigeben?
  • [Mittel] Strukturieren Sie Ihre wichtigsten Webseiten klarer: Klare Fragen, klare Antworten – das erhöht die Chance, als Quelle in KI-Antworten zu erscheinen.
  • [Niedrig] Verfolgen Sie die Entwicklung der Anthropic-Klagen: Änderungen in den Nutzungsbedingungen von KI-Anbietern könnten Ihren Workflow betreffen.
  • [Niedrig] Lesen Sie die Rückschau auf 20 Jahre PPC – sie gibt wertvolle Orientierung, wohin sich bezahlte Werbung entwickelt.

Fazit

KW 35/2026 macht deutlich: Die KI-Transformation im Marketing ist kein Zukunftsthema mehr – sie verändert gerade jetzt, wie Nutzer suchen, wie Werbung funktioniert und wie Inhalte bewertet werden. Google weitet KI-Antworten aus, Urheberrechtsfragen rund um KI-Training spitzen sich zu, und die Qualität von Leads wird wichtiger als ihre Menge.

Wer diese Entwicklungen versteht und aktiv darauf reagiert, hat einen echten Vorteil gegenüber Mitbewerbern, die abwarten. Die gute Nachricht: Die meisten der notwendigen Schritte sind keine technischen Großprojekte – sie beginnen mit Analyse, Klarheit und den richtigen Fragen.

Alle bisherigen Ausgaben finden Sie in unserem Online Marketing & KI News-Archiv. Wenn Sie wissen möchten, wie sichtbar Ihre Website in Google, KI-Suchen und bezahlten Kanälen ist, kann That Clicks eine strukturierte Analyse mit konkreten nächsten Schritten erstellen.

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