Team analysiert digitale Marketing-Kennzahlen auf einem Dashboard-Bildschirm

Online Marketing & KI News – KW 34/2026

Online Marketing und KI News

TikTok-Millionenstrafe, LinkedIn gegen KI-Spam und warum B2B-Marketing schwer messbar bleibt

Die Woche KW 34/2026 hat einige Entwicklungen gebracht, die Marketing-Verantwortliche direkt betreffen: TikTok zahlt eine der höchsten Datenschutzstrafen der Plattformgeschichte, LinkedIn reagiert auf die Flut KI-generierter Inhalte mit einem neuen Meldebutton – und eine aktuelle Analyse zeigt, warum klassische Marketing-Kennzahlen im B2B-Bereich oft in die Irre führen.

Gleichzeitig bewegt sich die KI-Welt weiter rasant: Ein britisches KI-Labor übertrifft nach eigenen Angaben OpenAI und Anthropic bei der Replikation wissenschaftlicher Studien, und OpenAI fordert strengere KI-Sicherheitsgesetze in Kalifornien. Das klingt weit weg – hat aber mittelfristig Auswirkungen darauf, welche KI-Tools Sie nutzen dürfen und wie verlässlich diese sind.

In unserem Online Marketing & KI News-Überblick fassen wir die relevantesten Meldungen zusammen und erklären, was sie konkret für Ihr Unternehmen bedeuten.

Die wichtigsten Entwicklungen der Woche

TikTok zahlt 400 Millionen Dollar wegen Datenschutzverstößen bei Kindern

Kurz erklärt: TikTok hat sich mit dem US-Justizministerium auf einen Vergleich in Höhe von 400 Millionen Dollar geeinigt. Der Vorwurf: Das Unternehmen soll gegen den COPPA verstoßen haben – das ist ein US-Gesetz, das die Online-Privatsphäre von Kindern unter 13 Jahren schützt. Das Verfahren läuft seit zwei Jahren. TikTok zahlt nun, ohne eine Schuld offiziell anzuerkennen.

Warum das wichtig ist: Wer TikTok als Werbekanal nutzt oder plant, sollte wissen: Plattformen mit Datenschutzproblemen geraten zunehmend unter regulatorischen Druck. Das kann Werbeformate, Targeting-Möglichkeiten und die Reichweite einschränken. Auch in Europa verschärfen sich die Datenschutzregeln für Werbetreibende kontinuierlich.

Was Sie jetzt tun können:

  • Prüfen Sie, ob Ihre TikTok-Kampagnen Zielgruppen unter 18 Jahren ansprechen – und ob das rechtlich und ethisch vertretbar ist.
  • Beobachten Sie, ob TikTok infolge des Vergleichs Targeting-Optionen einschränkt.
  • Diversifizieren Sie Ihre Social-Media-Werbekanäle, um Abhängigkeiten zu reduzieren.

Quelle: TechCrunch – TikTok reaches $400M settlement over children’s privacy lawsuit

LinkedIn: Über eine Million Menschen haben den KI-Slop-Button genutzt

Kurz erklärt: LinkedIn hat Ende Juli 2026 einen Button eingeführt, mit dem Nutzer Beiträge als „KI-Slop“ melden können – also als offensichtlich KI-generierten, inhaltlich wertlosen Content. Laut LinkedIn-Produktchef Hari Srinivasan haben bereits über eine Million Menschen diesen Button genutzt. Hintergrund: Eine Analyse des KI-Detektors Pangram hatte zuvor festgestellt, dass 41 Prozent der längeren LinkedIn-Beiträge als vollständig KI-generiert eingestuft wurden.

Warum das wichtig ist: Wenn Ihre Mitarbeiter oder Ihr Unternehmen auf LinkedIn aktiv sind und KI-Texte ohne Überarbeitung posten, riskieren Sie, als unglaubwürdig wahrgenommen zu werden. LinkedIn selbst verbessert außerdem seine automatischen Erkennungssysteme – KI-generierte Inhalte werden also künftig noch häufiger als solche markiert.

Was Sie jetzt tun können:

  • Überarbeiten Sie KI-generierte LinkedIn-Beiträge immer redaktionell, bevor Sie sie veröffentlichen.
  • Setzen Sie auf persönliche Perspektiven, eigene Erfahrungen und konkrete Beispiele – das ist schwer zu automatisieren und wird von Nutzern geschätzt.
  • Schulen Sie Ihr Team im bewussten Umgang mit KI-Textwerkzeugen auf Social Media.

Quelle: The Verge – Over 1 million people have clicked LinkedIn’s AI slop button

Warum lange Verkaufszyklen B2B-Marketing schwer messbar machen

Kurz erklärt: Eine aktuelle Analyse von MarTech zeigt ein grundlegendes Problem im B2B-Marketing (also Marketing zwischen Unternehmen): Wenn zwischen erstem Kontakt und Kaufentscheidung Monate oder Jahre liegen, sagen klassische Kennzahlen wie Klicks, Leads oder Conversions (also Abschlüsse) wenig über den tatsächlichen Marketingerfolg aus. Viele Unternehmen optimieren deshalb auf die falschen Signale.

Warum das wichtig ist: Wer im B2B-Bereich tätig ist, kennt das Problem: Ein Interessent liest heute einen Blogartikel, kauft aber erst in neun Monaten – und dann oft über einen anderen Kanal. Wer nur kurzfristige Kennzahlen misst, unterschätzt systematisch den Wert von Content, SEO und Markenaufbau.

Was Sie jetzt tun können:

  • Ergänzen Sie kurzfristige Kennzahlen durch längerfristige Indikatoren wie Markenbekanntheit, Wiederkehrrate oder Kundenbefragungen.
  • Führen Sie regelmäßige Gespräche mit Ihrem Vertrieb: Woher kommen Kunden wirklich?
  • Investieren Sie in Content und SEO als langfristige Sichtbarkeitsstrategie, auch wenn der ROI (Return on Investment, also der Ertrag im Verhältnis zum Aufwand) nicht sofort messbar ist.

Quelle: MarTech – Why long sales cycles make B2B marketing hard to measure

KI-Urheberrecht: Ist das Training auf Büchern legal?

Kurz erklärt: TechCrunch beleuchtet eine der drängendsten rechtlichen Fragen rund um KI: Dürfen Unternehmen wie OpenAI oder Google ihre Modelle mit urheberrechtlich geschützten Büchern trainieren – ohne die Autoren zu fragen oder zu bezahlen? Die Antwort ist juristisch komplex. In den USA gibt es noch keine abschließende Rechtsprechung, in Europa ist die Lage durch den AI Act und das Urheberrecht ebenfalls ungeklärt.

Warum das wichtig ist: Wenn Sie KI-Tools für die Texterstellung nutzen, sollten Sie wissen, dass die rechtliche Grundlage dieser Tools noch nicht vollständig gesichert ist. Mögliche zukünftige Regulierungen könnten Funktionen einschränken oder Lizenzkosten erhöhen.

Was Sie jetzt tun können:

  • Verfolgen Sie die Entwicklung des EU AI Acts und nationaler Urheberrechtsregelungen.
  • Nutzen Sie KI-Tools von Anbietern, die transparent über ihre Trainingsdaten kommunizieren.
  • Verlassen Sie sich nicht ausschließlich auf KI-generierte Texte – eigene Expertise bleibt ein Wettbewerbsvorteil.

Quelle: TechCrunch – Is it legal to train AI models on copyrighted books? It’s complicated

OpenAI fordert strengere KI-Sicherheitsgesetze in Kalifornien

Kurz erklärt: OpenAI – bekannt als Entwickler von ChatGPT – hat sich überraschend für eine Verschärfung des kalifornischen KI-Sicherheitsgesetzes SB 53 ausgesprochen. Das ist bemerkenswert, weil das Unternehmen das Gesetz zuvor abgelehnt hatte. SB 53 soll unter anderem Transparenzpflichten und Sicherheitsstandards für KI-Systeme festlegen.

Warum das wichtig ist: Wenn selbst große KI-Anbieter strengere Regeln fordern, deutet das darauf hin, dass die Branche eine regulatorische Grundlage als notwendig erachtet. Für Unternehmen, die KI-Tools einsetzen, bedeutet das: Compliance-Anforderungen (also die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben) werden in den nächsten Jahren zunehmen.

Was Sie jetzt tun können:

  • Dokumentieren Sie, welche KI-Tools Sie in welchen Prozessen einsetzen.
  • Beobachten Sie, ob ähnliche Gesetze in der EU oder Deutschland folgen.
  • Sprechen Sie mit Ihrer Rechtsabteilung oder einem Datenschutzbeauftragten über den KI-Einsatz im Unternehmen.

Quelle: TechCrunch – OpenAI says California should strengthen its AI safety bill

Neues KI-Modell übertrifft OpenAI und Anthropic bei Forschungsreplikation

Kurz erklärt: Das britische KI-Labor Inherent – gegründet von ehemaligen DeepMind-Mitarbeitern – hat seinen KI-Agenten „Faraday“ vorgestellt. Laut Inherent übertrifft Faraday bei der Aufgabe, wissenschaftliche Studien zu replizieren (also nachzubauen), die Modelle von OpenAI und Anthropic. KI-Agenten sind Programme, die selbstständig komplexe Aufgaben ausführen können.

Warum das wichtig ist: Der Wettbewerb unter KI-Anbietern wird intensiver. Das ist grundsätzlich gut für Nutzer: Mehr Wettbewerb bedeutet oft bessere Modelle zu günstigeren Preisen. Für Marketing-Teams bedeutet das, dass KI-gestützte Analyse- und Recherchewerkzeuge leistungsfähiger werden.

Was Sie jetzt tun können:

  • Beobachten Sie neue KI-Anbieter und testen Sie deren Tools für Ihre konkreten Anwendungsfälle.
  • Binden Sie sich nicht langfristig an einen einzigen KI-Anbieter – die Marktlage ändert sich schnell.

Quelle: TechCrunch – Inherent says its AI ‚teammate‘ just outperformed Anthropic and OpenAI

Einordnung: Was bedeutet das für SEO, SEA, GEO und KI?

SEO

Die Diskussion um KI-generierten Content auf LinkedIn ist ein Vorgeschmack auf das, was auch in der Google-Suche passiert: Suchmaschinen werden immer besser darin, maschinell erstellte Texte zu erkennen. Wer auf SEO setzt, sollte auf echte Expertise, eigene Perspektiven und redaktionell überarbeitete Inhalte setzen. Quantität allein reicht nicht mehr.

Für B2B-Unternehmen gilt außerdem: SEO ist eine langfristige Investition, die sich oft erst nach Monaten auszahlt – genau wie der Verkaufszyklus selbst. Wer das versteht, misst SEO-Erfolg nicht nur an kurzfristigen Klickzahlen.

SEA

Der TikTok-Datenschutzfall zeigt, wie schnell regulatorische Eingriffe Werbeplattformen verändern können. Wer sein gesamtes Performance Marketing-Budget auf eine einzige Plattform konzentriert, geht ein Risiko ein. Eine breite Aufstellung über mehrere Kanäle – Google Ads, Meta, LinkedIn, TikTok – schützt vor plötzlichen Einschränkungen.

GEO / KI-Suche

GEO steht für „Generative Engine Optimization“ – also die Optimierung von Inhalten für KI-gestützte Suchmaschinen wie Google AI Overviews oder Perplexity. Auch hier gilt: Inhalte, die klar als KI-Spam erkennbar sind, werden von diesen Systemen zunehmend schlechter bewertet. Authentizität und Fachkompetenz werden zum entscheidenden Rankingfaktor.

KI & Automatisierung

Der wachsende Wettbewerb unter KI-Anbietern – von OpenAI über Anthropic bis hin zu neuen Playern wie Inherent – bedeutet für Unternehmen: Die verfügbaren Werkzeuge werden besser und günstiger. Gleichzeitig steigen die regulatorischen Anforderungen. Wer KI sinnvoll und rechtssicher einsetzen will, braucht eine klare interne Strategie.

Checkliste: Diese Woche prüfen

  • Google Search Console auf neue Meldungen prüfen
  • Bestehende Inhalte auf KI-Quelleneignung prüfen (strukturiert, FAQ, klar formuliert)
  • Anzeigenkampagnen auf aktuelle Performance-Daten überprüfen
  • Wettbewerber-Sichtbarkeit kurz analysieren
  • Team über wichtigste News-Entwicklungen informieren

Praxisbeispiel der Woche

Situation: Ein mittelständisches B2B-Softwareunternehmen stellt fest, dass seine LinkedIn-Beiträge kaum noch Engagement erzeugen – obwohl das Team regelmäßig postet. Bei näherer Betrachtung zeigt sich: Fast alle Beiträge wurden direkt aus ChatGPT übernommen, ohne redaktionelle Überarbeitung.

Was das Unternehmen ändert: Das Team entscheidet sich, künftig nur noch Beiträge zu veröffentlichen, die auf echten Kundengesprächen, internen Projekterfahrungen oder konkreten Zahlen aus dem eigenen Geschäft basieren. KI wird weiterhin genutzt – aber nur als Entwurfshilfe, nicht als Endprodukt. Gleichzeitig wird die SEO-Strategie auf längerfristige Inhalte umgestellt, die den gesamten Entscheidungsprozess potenzieller Kunden begleiten.

Ergebnis: Innerhalb weniger Wochen steigt die Interaktionsrate auf LinkedIn spürbar. Und im SEO-Bereich beginnen Blogartikel, die gezielt auf häufige Kundenfragen eingehen, organischen Traffic zu generieren – auch wenn der Effekt erst nach einigen Monaten voll sichtbar wird.

To-dos für diese Woche

  • [Hoch] LinkedIn-Präsenz prüfen: Welche Beiträge wurden zuletzt veröffentlicht? Sind sie erkennbar KI-generiert? Überarbeiten Sie geplante Beiträge redaktionell.
  • [Hoch] TikTok-Kampagnen auf Zielgruppen-Compliance prüfen – insbesondere bei Inhalten, die Minderjährige ansprechen könnten.
  • [Hoch] B2B-Messstrategie hinterfragen: Welche Kennzahlen nutzen Sie aktuell? Ergänzen Sie kurzfristige Metriken um längerfristige Indikatoren.
  • [Mittel] KI-Tool-Inventar anlegen: Welche KI-Werkzeuge nutzt Ihr Team? Wer ist verantwortlich? Sind Datenschutzanforderungen erfüllt?
  • [Mittel] Content-Strategie für SEO und GEO überprüfen: Setzen Sie auf echte Expertise und eigene Perspektiven statt auf reine KI-Texte.
  • [Mittel] Werbekanal-Mix evaluieren: Sind Sie zu stark von einer einzigen Plattform abhängig? Planen Sie eine breitere Aufstellung.
  • [Niedrig] Entwicklungen rund um KI-Urheberrecht und EU AI Act beobachten – und ggf. Rechtsberatung einholen.
  • [Niedrig] Neue KI-Anbieter (z. B. Inherent/Faraday) im Blick behalten und für relevante Anwendungsfälle testen.

Fazit

KW 34/2026 zeigt: Die Spielregeln im Online-Marketing werden gerade auf mehreren Ebenen gleichzeitig neu geschrieben. Datenschutz wird teurer, KI-Content wird kritischer beäugt, und klassische Metriken reichen im B2B-Bereich oft nicht aus, um den echten Marketingerfolg zu messen.

Die gute Nachricht: Wer auf echte Inhalte, eine durchdachte Kanalstrategie und ein klares Verständnis seiner Zielgruppe setzt, ist gut aufgestellt – unabhängig davon, welche Plattform gerade unter Druck gerät oder welches KI-Modell gerade als das beste gilt.

Wenn Sie wissen möchten, wie sichtbar Ihre Website in Google, KI-Suchen und bezahlten Kanälen ist, kann That Clicks eine strukturierte Analyse mit konkreten nächsten Schritten erstellen. Mehr dazu finden Sie in unserem Online Marketing & KI News-Bereich oder direkt unter that-clicks.de.

Weitere Services

Performance Marketing

Performance Marketing – Erfolgreiche, transparente Strategien In über 15 Jahren Erfahrung im Performance Marketing haben wir eines gelernt: Erfolg basiert…
Mehr erfahren
seo category image

SEO

SEO (Suchmaschinenoptimierung) mit That Clicks – Mehr Sichtbarkeit, Mehr Erfolg That Clicks steht für ehrliche, transparente und nachhaltige SEO-Strategien, die…
Mehr erfahren
email marketing category image

Email Marketing

E-Mail-Marketing mit That Clicks – Persönlich, Effektiv, Umsatzstark E-Mail-Marketing ist nach wie vor einer der effektivsten und kostengünstigsten Kanäle im…
Mehr erfahren